Literaturwettbewerb zum Thema Wasser lockt vielfältige Autoren zu wissen.de

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Der zweite jährliche Literaturwettbewerb auf wissen.de, der in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift BÜCHER durchgeführt wird, sammelt seit Anfang April Beiträge. Bis zum 7. Juni haben die Teilnehmer Zeit, ihre Geschichten rund um das Thema „Wasser“ einzureichen. Wir haben uns mit Jens Poggenpohl, dem Chefredakteur von BÜCHER und Jurymitglied, für ein Update zur Mitte des Wettbewerbs getroffen.

wissen.de: Herr Poggenpohl, Sie sind bereits zum zweiten Mal Jurymitglied beim wissen.de-Literaturwettbewerb. Wer nimmt Ihrer Erfahrung nach eher teil? Gibt es bestimmte demografische Merkmale? Ist es zum Beispiel eher auf Männer oder Frauen ausgerichtet oder auf ältere gegenüber jüngeren Schriftstellern?

Der demografische Wandel bei digitalen Storytelling-Wettbewerben

Bei der jüngsten Premiere wurde das alte Klischee über männliche Lesegewohnheiten aufgelöst. Ich hatte ein Meer von Männern erwartet. Stattdessen war die Wahlbeteiligung überraschend ausgeglichen. Das war allerdings nur die Eröffnungsparty. Wenn man sich die bisherigen Einreichungen ansieht, zeigt sich, dass sich der Trend stark gewendet hat. Frauen dominieren den Posteingang.

Es ist jedoch nicht nur das Geschlecht. Die Mischung ist wirklich vielseitig.

Sie haben Teenager Seite an Seite mit Rentnern. Professionelle Autoren treffen auf absolute Amateure. Es ist ein chaotisches, lebendiges Ökosystem.

Genremüdigkeit und der Charme der Varianz

Auf die Frage, welches Genre gewonnen hat – Thriller, Liebesromane oder Science-Fiction – war die Antwort ein klares Nein. Keiner von ihnen.

Warum? Weil es schnell langweilig wird, sich auf ein Genre zu verlassen. Vorhersehbarkeit tötet die Neugier.

Die Qualität der Arbeit? Es ist überall auf der Karte zu finden. Bei einigen Stücken handelt es sich um polierte Edelsteine. Bei anderen handelt es sich um grobe Entwürfe, die nicht das Licht der Welt erblicken sollten. Aber diese Varianz ist der Punkt. Das ist der Charme.

„Es ist schön zu sehen, wie viele Menschen eine Geschichte erzählen wollen.“

Das Ziel ist kein einheitlicher Exzellenzstandard. Es ist die schiere Lautstärke menschlicher Stimmen, die versuchen, gehört zu werden.

Was macht einen Text lesenswert?

Die Definition einer guten Geschichte ist subjektiv. Es gibt keine Formel.

Für mich geht es um Überraschung. Es geht darum, den Sinn für das Mögliche durch eine neue Perspektive zu schärfen. Es geht nicht um billigen Nervenkitzel oder Wendungen in der Handlung. Es ist Atmosphäre. Es ist der Standpunkt.

Ich suche das Risiko.

Ich möchte einen Autor sehen, der bereit ist, die Grammatik zu brechen, die Syntax zu verbiegen oder eine Stimme zu schaffen, die sich ganz wie sie selbst anfühlt. Sicheres Schreiben ist langweilig. Ich möchte, dass der Text ein wenig ausblutet.