EU stellt fest, dass große Pornoseiten es versäumen, Minderjährige zu schützen

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Die Europäische Kommission hat festgestellt, dass führende Websites für Erwachsene – darunter Pornhub, Stripchat, XNXX und XVideos – Minderjährige nicht ausreichend vor dem Kontakt mit pornografischen Inhalten schützen. Die am Donnerstag veröffentlichten Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese Plattformen möglicherweise gegen europäisches Recht gemäß dem neuen Digital Services Act (DSA) verstoßen.

Schwache Systeme zur Altersüberprüfung

Das Kernproblem liegt darin, dass sich die Plattformen auf vereinfachte Methoden zur Altersüberprüfung verlassen. Derzeit bestätigen Benutzer ihr Alter mit „einem einzigen Klick“, einem System, das die Kommission für völlig unwirksam hält, um den Zugang Minderjähriger zu verhindern. Auch andere Maßnahmen wie die Unkenntlichmachung von Inhalten oder Kennzeichnungsbeschränkungen wurden als unzureichend befunden.

Dies ist wichtig, da das DSA darauf ausgelegt ist, große Online-Plattformen für die Benutzersicherheit zur Rechenschaft zu ziehen. Die EU geht hart gegen digitale Dienste vor, um gefährdete Gruppen zu schützen, und diese Ergebnisse zeigen, dass große Plattformen diese Verantwortung nicht ernst genommen haben.

Geschäftsbedenken hinsichtlich der Kindersicherheit

Die einjährige Untersuchung der Kommission, die im Mai eingeleitet wurde, analysierte interne Risikoberichte von allen vier Standorten. Die Ergebnisse zeigen, dass die Plattformen bei der Identifizierung potenzieller Risiken für junge Nutzer Geschäftsbedenken – wie etwa Reputationsschäden – Vorrang vor der tatsächlichen Sicherheit von Kindern einräumten. Dies deutet auf ein systemisches Versäumnis hin, dem Wohlergehen der Nutzer Priorität einzuräumen.

Nächste Schritte und mögliche Strafen

Die Plattformen haben nun Gelegenheit, schriftlich zu antworten und darzulegen, wie sie robustere Systeme zur Altersüberprüfung implementieren werden. Eine Nichteinhaltung könnte jedoch schwere Strafen nach sich ziehen: Geldstrafen von bis zu 6 % des weltweiten Jahresumsatzes der Plattform.

Darüber hinaus koordinieren die nationalen Behörden Maßnahmen gegen kleinere, nicht konforme pornografische Plattformen. Die EU signalisiert, dass sie eine schwache Durchsetzung des DSA nicht tolerieren wird, insbesondere wenn es um den Schutz Minderjähriger im Internet geht.

Diese Ergebnisse bekräftigen das Engagement der EU für die Durchsetzung digitaler Sicherheitsstandards und üben erheblichen Druck auf große Plattformen für Erwachsene aus, konkrete Maßnahmen zu ergreifen. Geschieht dies nicht, hat dies schwerwiegende finanzielle Folgen und wirft gleichzeitig ethische Bedenken hinsichtlich ihrer Geschäftspraktiken auf.