Generative künstliche Intelligenz (KI) führt zu einer rasanten Ausweitung des Cyberbetrugs, wobei Angriffe mit Identitätsdiebstahl mittlerweile als größte Bedrohung für Unternehmen und Verbraucher gelten. Ein aktueller Bericht des Weltwirtschaftsforums (WEF) zeigt eine deutliche Verschiebung in der Wahrnehmung von Cyberrisiken, da KI-gestützte Betrügereien immer einfacher auszuführen und schwerer zu erkennen sind als herkömmliche Ransomware-Angriffe.
Der Aufstieg des KI-gestützten Betrugs
Führungskräfte sind zunehmend besorgt über KI-gesteuerten Betrug. Die WEF-Umfrage zeigt, dass 73 % der CEOs im vergangenen Jahr Cyber-Betrug aus erster Hand erlebt haben oder jemanden kennen, der dies erlebt hat. Dies stellt eine dramatische Veränderung gegenüber dem Jahr 2024 dar, als Ransomware die Bedrohungsliste der Unternehmen dominierte.
Dieser Wandel ist wichtig, weil KI die Eintrittsbarriere für Cyberkriminelle senkt. Bisher waren für raffinierte Betrügereien erhebliche technische Fähigkeiten und Ressourcen erforderlich. Nun ermöglichen generative KI-Tools Angreifern, schnell lokalisierte Phishing-Nachrichten zu erstellen, Stimmen zu klonen und äußerst überzeugende Nachahmungsversuche zu starten.
Verbraucherauswirkungen und finanzielle Verluste
Auch Verbraucher spüren die Hitze. Identitätsdiebstahl ist mittlerweile für 68 % der Menschen die größte Sorge und übertrifft die Angst vor gestohlenen Kreditkartendaten. Diese Angst spiegelt sich in steigenden Betrugsverlusten wider. Im Jahr 2024 meldete die US-amerikanische Federal Trade Commission (FTC) Verluste durch Verbraucherbetrug in Höhe von 12,5 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 25 % im Vergleich zum Vorjahr.
Die Consumer Federation of America (CFA) warnt davor, dass KI-generierte Phishing-E-Mails, Fake-Stimmen und realistische Warnungen traditionelle Betrugsindikatoren untergraben. Diese Tools umgehen gängige Sicherheitsmaßnahmen, indem sie ein Gefühl von Dringlichkeit und Authentizität erzeugen.
Gefährdete Gruppen und defensive Herausforderungen
Der WEF-Bericht hebt hervor, dass generative KI auch die Risiken für gefährdete Gruppen erhöht, darunter Kinder und Frauen, die zunehmend Opfer von Identitätsdiebstahl und synthetischem Bildmissbrauch werden.
Während KI Teil der Lösung sein kann, warnt der Bericht davor, dass schlecht implementierte KI-Tools neue Schwachstellen schaffen können. Vielen Unternehmen fehlt das Fachwissen, um sich effektiv gegen diese sich entwickelnden Bedrohungen zu verteidigen.
Schutz vor KI-gestützten Betrügereien
Experten empfehlen Verbrauchern, vor der Weitergabe persönlicher oder finanzieller Informationen langsamer zu werden, unerwünschte Mitteilungen zu hinterfragen und Anfragen unabhängig zu überprüfen. Die Website ReportFraud.ftc.gov der FTC ist eine wertvolle Ressource für die Meldung von Betrugsverdacht.
Der Anstieg des KI-gesteuerten Betrugs unterstreicht die Notwendigkeit koordinierter Maßnahmen von Regierungen, Unternehmen und Technologieanbietern, um Vertrauen und Stabilität in einer zunehmend digitalen Welt zu schützen. Wenn Einzelpersonen und Organisationen nicht angepasst werden, werden sie anfälliger für immer ausgefeiltere Angriffe.






























