Roblox, die beliebte Online-Gaming-Plattform, hat damit begonnen, eine obligatorische Altersüberprüfung für alle Benutzer durchzusetzen, die Chat-Funktionen nutzen. Dieser Schritt folgt auf anhaltende Kritik an der Kindersicherheit auf der Plattform, die derzeit etwa 380 Millionen monatlich aktive Nutzer hat. Die neuen Anforderungen gelten weltweit, auch in den Vereinigten Staaten, und werden in der nächsten Woche eingeführt.
Warum jetzt eine Altersverifizierung?
Der Wandel erfolgt, da Roblox einem zunehmenden Druck seitens der Aufsichtsbehörden und Klagen wegen sexuellen Missbrauchs und der Ausbeutung von Minderjährigen auf der Plattform ausgesetzt ist. Mehrere Bundesstaaten, darunter Florida, Texas und Kentucky, ermitteln aktiv gegen das Unternehmen oder verfolgen rechtliche Schritte gegen das Unternehmen. Der Druck ist erheblich: Ein kalifornischer Richter lehnte kürzlich den Versuch von Roblox ab, eine dieser Klagen in ein privates Schiedsverfahren zu verlagern.
Das Kernproblem besteht darin, dass Roblox in der Vergangenheit Schwierigkeiten hatte, Interaktionen zwischen Erwachsenen und Kindern zu verhindern, was laut Befürwortern ein systemisches Problem darstellt. Das ist keine neue Herausforderung; Die Beliebtheit der Plattform schafft mehr Möglichkeiten für Raubtiere und macht strenge Sicherheitsmaßnahmen unerlässlich.
Wie das neue System funktioniert
Roblox verwendet die Software eines Drittanbieters, Persona, um die Altersschätzung durchzuführen. Spieler werden aufgefordert, einen kurzen 3D-Scan ihres Gesichts per Webcam oder Mobilkamera hochzuladen. Das System schätzt dann ihr Alter und gruppiert Benutzer in Kategorien: unter 9, 9–12, 13–15, 16–17, 18–20 oder 21+. Roblox behauptet, aufgenommene Bilder sofort nach der Überprüfung zu löschen.
Personen unter 9 Jahren dürfen ohne Zustimmung der Eltern nicht chatten. Während zur Segmentierung Altersgruppen verwendet werden, gibt Roblox an, dass Spieler „nur mit Gleichaltrigen in ihrer Gruppe oder gegebenenfalls ähnlichen Gruppen chatten können“. Das Unternehmen besteht darauf, dass es sich hierbei nicht um eine Gesichtserkennung handelt, sondern nur um ein Tool zur Altersschätzung.
Reaktion und Debatte der Branche
Roblox positioniert sich als führend im Bereich Plattformsicherheit und behauptet, die erste Gaming-Plattform zu sein, die für den Chat-Zugriff eine Altersüberprüfung des Gesichts erfordert. Twitch führt in England auch Funktionen zur Altersverifizierung ein, Roblox ist jedoch schneller und umfassender vorgegangen.
Experten sind sich uneinig, ob diese Änderungen weit genug gehen. Einige betrachten die neuen Tools als einen Fortschritt, während andere argumentieren, dass sie die zugrunde liegenden systemischen Probleme nicht lösen.
„Die neuen Tools zur Altersüberprüfung von Roblox sind ermutigend, aber aus Sicht der Eltern sind sie nur ein Teil des Sicherheitspuzzles“, sagt Scott Kollins, ein klinischer Psychologe.
Die Beteiligung der Eltern bleibt von entscheidender Bedeutung. Keine Technologie allein kann vollständige Sicherheit garantieren.
Der breitere Kontext
Dieser Schritt dient teilweise der Schadensbegrenzung. Roblox hofft, das Vertrauen wiederherzustellen und rechtliche Risiken zu mindern. Die Rechtsstreitigkeiten des Unternehmens dauern an und eine Beilegung der Klagen könnte unumgänglich sein.
Anna Lucas, Online-Sicherheitsbeauftragte bei Ofcom, der britischen Regulierungsbehörde, sagte: „Wir freuen uns, dass Kinder auf Twitch und Roblox besser vor schädlichen Inhalten und Raubtieren geschützt werden. Gemäß den britischen Online-Sicherheitsgesetzen müssen Plattformen nun Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit von Kindern zu gewährleisten, und wir stellen sicher, dass sie ihrer Verantwortung nachkommen.“
Was bleibt zu sehen
Die langfristigen Auswirkungen dieser Veränderungen sind ungewiss. Einige Experten plädieren für unabhängige Prüfungen, strengere standardmäßige Kindersicherungen und eine grundlegende Überarbeitung der „Sicherheit durch Design“. Für Roblox besteht die Herausforderung nicht nur darin, Funktionen zu implementieren, sondern auch zu beweisen, dass sie funktionieren, das Vertrauen wiederherzustellen und sich der laufenden rechtlichen Prüfung zu stellen.
Die Zukunft der Plattform hängt von einem nachhaltigen Engagement für die Kindersicherheit ab, nicht nur von vorübergehenden Lösungen.






























