Marokko macht einen entscheidenden Schritt, um ein zentraler Knotenpunkt für künstliche Intelligenz in Afrika und Europa zu werden. Nach der Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding (MoU) auf der GITEX Africa 2026 in Marrakesch hat sich das in London ansässige Unternehmen Nexus Core Systems mit drei marokkanischen Regierungsbehörden zusammengetan, um die Nexus AI Factory Platform zu starten.
Bei diesem 1,28 Milliarden US-Dollar (12 Milliarden MAD) teuren Projekt handelt es sich nicht nur um ein Rechenzentrum; Es handelt sich um ein umfassendes KI-Ökosystem, das darauf ausgelegt ist, Hochleistungsrechnen mit lokaler Talententwicklung und Innovation zu integrieren.
Die Roadmap: Zwei Phasen der Expansion
Das Projekt ist so strukturiert, dass es schnell skalierbar ist und sowohl sofortige Wirkung als auch langfristige Kapazität gewährleistet:
- Phase 1: Der Nouaceur Hub – Eine Investition von 5 Milliarden Dirham (550 Millionen US-Dollar), die sich auf eine 16-Megawatt-Anlage in der Region Nouaceur konzentriert. In dieser ersten Phase sollen 50 direkte Arbeitsplätze entstehen.
- Phase 2: Norderweiterung – Eine 7-Milliarden-Dirham-Erweiterung (750 Millionen US-Dollar) mit weiteren 20 Megawatt an einem nördlichen Standort.
Bis Ende 2027 soll das Projekt eine Gesamtkapazität von 36 Megawatt erreichen und letztendlich zu einem viel größeren nationalen Ziel von 500 MW erneuerbarer Datenkapazität beitragen.
Strategische Partnerschaften und Technologie
Das Projekt nutzt eine starke Allianz globaler Technologieführer:
* Nvidia: Bereitstellung der wesentlichen Hochleistungshardware, die für moderne KI-Workloads erforderlich ist.
* Naver Corporation: Der südkoreanische Technologieriese wird beim Betrieb der Plattform und der Bereitstellung integrierter KI-Dienste zusammenarbeiten.
* Geopolitische Unterstützung: Die Anwesenheit des US-Botschafters in Marokko, S.E. Herzog Buchan III. unterstreicht bei der Unterzeichnungszeremonie die strategische Bedeutung dieses Abkommens und signalisiert ein starkes westliches Interesse an der digitalen Souveränität Marokkos.
Warum das wichtig ist: Souveränität und Konnektivität
Diese Investition adressiert zwei der kritischsten Herausforderungen in der modernen digitalen Wirtschaft: Datensouveränität und Latenz.
- Souveräne Cloud-Architektur: Indem sichergestellt wird, dass die Datenspeicherung und -verarbeitung innerhalb der marokkanischen Gerichtsbarkeit bleibt, erfüllt die Einrichtung die strengen regulatorischen Anforderungen der DSGVO und neuer KI-Governance-Standards. Dies macht Marokko zu einem idealen Partner für EMEA-Kunden (Europa, Naher Osten und Afrika), die ihre Daten sicher und lokalisiert aufbewahren müssen.
- Das Tor zu Europa: Marokko liegt nur 15 Kilometer von Europa entfernt und wird von mehreren Untersee-Glasfaserkabeln unterstützt. Es ist einzigartig positioniert, um KI-Rechendienste zu äußerst wettbewerbsfähigen Kosten auf den europäischen Markt zu exportieren.
Das große Ganze: Marokkos Vision „KI Made in Morocco“.
Die Nexus AI Factory ist ein Eckpfeiler eines viel umfassenderen nationalen Ziels. Marokko importiert nicht nur Technologie; Mit seiner Strategie „Digital 2030“ und der Initiative „KI Made in Morocco“** baut es eine einheimische digitale Wirtschaft auf.
Die langfristigen Ziele der Regierung sind ehrgeizig:
* Wirtschaftliche Auswirkungen: Beitrag von 10 Milliarden US-Dollar zum nationalen BIP bis 2030.
* Schaffung von Arbeitsplätzen: Ziel ist es, 50.000 KI-bezogene Arbeitsplätze zu schaffen und 200.000 Absolventen auszubilden.
* Innovation: Unterstützung des Wachstums von 3.000 neuen Startups durch spezielle Innovationszentren.
„Marokko kauft nicht einfach KI-Kapazitäten aus dem Ausland, sondern schafft die Voraussetzungen für deren Produktion.“
Fazit
Durch die Integration erstklassiger Hardware von Nvidia und Naver mit einem strategischen geografischen Vorteil wandelt sich Marokko von einem Verbraucher digitaler Dienste zu einem Hauptanbieter von KI-Infrastruktur für die EMEA-Region.






























