Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Apple Watches und ähnliche tragbare Geräte die Früherkennung von Vorhofflimmern (A-Fib) – einem Hauptrisikofaktor für Schlaganfälle – erheblich verbessern könnten. Zwei aktuelle Studien, die vom Amsterdam University Medical Centre und dem St. Bartholomew’s Hospital in London durchgeführt wurden, zeigen, dass diese Geräte unregelmäßige Herzschläge weitaus effektiver erkennen können als die Standardversorgung allein. Dies ist besonders wichtig, da viele Menschen mit Vorhofflimmern unerkannt bleiben, was bedeutet, dass sie wichtige Möglichkeiten zur Prävention verpassen.
Verbesserte Erkennung durch tragbare Technologie
In der Amsterdamer Studie wurden 437 Patienten ab 65 Jahren mit erhöhtem Schlaganfallrisiko erfasst. Die Hälfte trug sechs Monate lang täglich 12 Stunden lang eine Apple Watch, während die andere Hälfte die übliche medizinische Versorgung erhielt. Die Ergebnisse waren beeindruckend: Die Apple Watch-Gruppe verzeichnete viermal mehr Arrhythmie-Erkennungen. Das Gerät nutzt Photoplethysmographie (einen LED-Lichtsensor) und ein integriertes EKG zur Überwachung der Herzfrequenz und liefert genaue Daten, die auf Anomalien analysiert werden können.
Entscheidend ist, dass 57 % der in der Apple Watch-Gruppe festgestellten Arrhythmien bei Patienten auftraten, die keine Symptome hatten. Dies unterstreicht einen entscheidenden Vorteil: Wearables können Vorhofflimmern erkennen, bevor es klinisch sichtbar wird, und ermöglichen so eine frühere Intervention. Die Standardversorgungsgruppe diagnostizierte die Patienten erst, nachdem bei ihnen Symptome auftraten.
Vorteile in der Praxis und Patientenüberwachung
Das St. Bartholomew’s Hospital in London hat außerdem herausgefunden, dass Apple Watches eine schnellere Erkennung von A-Fib-Symptomen ermöglichen, insbesondere bei Patienten, die sich einer Behandlung (z. B. einer Katheterablation) unterziehen oder eine kontinuierliche Überwachung benötigen. Patienten konnten mit der Uhr zu Hause EKGs in klinischer Qualität aufzeichnen, wenn sie Herzklopfen verspürten, und so den Ärzten sofortiges Feedback geben.
Diese Früherkennung verbessert nicht nur die Pflege, sondern reduziert auch die Ängste der Patienten und unnötige Krankenhausbesuche. Die Möglichkeit der Überwachung zu Hause stärkt die Patientenkompetenz und liefert Ärzten kontinuierlichere Daten.
Expertenwägung: Nutzen mit Vorsicht
Kardiologen bestätigen diese Erkenntnisse. Dr. Eugene Yang von der University of Washington weist darauf hin, dass Apple Watches am nützlichsten für Patienten sind, die bereits unter Herzklopfen oder unregelmäßigen Herzschlägen leiden, da sie Anomalien erfassen können, die sonst möglicherweise übersehen würden. Er weist jedoch darauf hin, dass diese Studien sich auf eine Hochrisikopopulation konzentrierten und nicht unbedingt auf gesunde Personen anwendbar sind.
„Eine vom Arzt geleitete Bewertung bleibt von entscheidender Bedeutung, insbesondere da diese Ergebnisse nicht auf die meisten Menschen zutreffen“, erklärt Dr. Yang.
Während Wearables für die Überwachung der Herzgesundheit vielversprechend sind, sind weitere Untersuchungen erforderlich, bevor sie andere Messungen wie den Blutdruck zuverlässig verfolgen können.
Letztendlich bekräftigen diese Studien die Vorstellung, dass tragbare Technologie eine entscheidende Rolle bei der proaktiven Untersuchung der Herzgesundheit spielen und die Behandlungsergebnisse für Patienten verbessern kann. Wenn Sie Bedenken hinsichtlich Ihres Herzens haben, wenden Sie sich an einen Arzt. Der Einsatz von Smartwatches mit EKG-Funktionen kann Ärzten bei der Diagnose von Herzrhythmusstörungen bei bisher unbekannten Personen helfen und so Diagnose und Behandlung beschleunigen.
