Möglicherweise gibt es mehr Welten, die das Leben unterstützen, als bisher angenommen

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Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die traditionelle Definition von Planeten in „habitablen Zonen“ – Planeten mit flüssigem Wasser bei gemäßigten Temperaturen – möglicherweise zu eng ist, was bedeutet, dass mehr Exoplaneten möglicherweise Leben beherbergen könnten. Seit Jahren konzentrieren sich Wissenschaftler bei der Suche nach außerirdischem Leben auf Planeten in einem bestimmten Temperaturbereich, auf deren Oberfläche flüssiges Wasser stabil ist. Diese Studie legt nahe, dass solche Kriterien eine Reihe anderer Planetenbedingungen außer Acht lassen, die flüssiges Wasser ermöglichen könnten, wodurch sich die potenzielle Anzahl bewohnbarer Welten erhöht.

Gezeitenblockierte Planeten: Eine neue Perspektive

Die Studie stellt die herkömmliche Meinung in Frage, indem sie sich auf gezeitengebundene Planeten konzentriert, die ihre Sterne so umkreisen, dass eine Seite ständig der Sonne zugewandt ist, während die andere Seite im Dunkeln bleibt. Aufgrund der extremen Temperaturunterschiede zwischen den Hemisphären galten diese Welten bisher als wahrscheinlich unbewohnbar. Die in der Forschung verwendeten Klimamodelle zeigen jedoch, dass die Wärmeübertragung von der sonnenbeschienenen Seite zur dunklen Seite die Temperaturen auf dem gesamten Planeten über dem Gefrierpunkt halten könnte, wodurch flüssiges Wasser lebensfähig wäre.

Dieser Befund ist von Bedeutung, da viele Exoplaneten, die von Instrumenten wie dem James Webb-Weltraumteleskop entdeckt wurden, in diese Kategorie fallen. Einige dieser Planeten haben bereits Hinweise auf Wasserdampf in ihrer Atmosphäre gezeigt, was die Möglichkeit erhöht, dass sich auf ihrer Oberfläche flüssiges Wasser befindet.

Jenseits der „Goldlöckchen-Zone“

Die Forschung legt außerdem nahe, dass Planeten, die früher als zu kalt galten, unter dicken Eisschichten immer noch flüssiges Wasser beherbergen könnten. Es ist bekannt, dass solche unterirdischen Ozeane auf Monden in unserem Sonnensystem wie Europa und Enceladus existieren, was beweist, dass Leben in Umgebungen existieren kann, die weit von der Wärme eines Sterns entfernt sind.

Dies erweitert das Suchgebiet über die traditionelle bewohnbare Zone hinaus, was bedeutet, dass eine größere Anzahl von Exoplaneten als bisher angenommen flüssiges Wasser und möglicherweise Leben beherbergen könnte. Die im The Astrophysical Journal veröffentlichte Studie unterstreicht die Notwendigkeit, die Kriterien für die Bewohnbarkeit von Planeten neu zu bewerten, da sich unsere Fähigkeit, Exoplaneten zu entdecken, verbessert.

Durch die Erweiterung der Definition von „bewohnbar“ erhöhen Wissenschaftler die Chancen, Leben außerhalb der Erde zu finden, und verschieben damit die Grenzen dessen, was wir für außerirdische Umgebungen für möglich halten. 🌍🔬